colloque danse et musique 2013 colloque danse et musique 2013 colloque danse et musique 2013 colloque danse et musique 2013 colloque danse et musique 2013 colloque danse et musique 2013 - Boléro 1830 (F. Poudru)  Light music © A. Pequin
 

Veranstaltungen

Internationale Tagung

"Tanz und Musik : die Kunst der Begegnung", 16., 17. und 18. April 2013 (CNSMD de Lyon).

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Details zum Internationale Tagung :

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Aufruf zu Beiträgen

Problematik
Er gehörte einst zur Zunft der « Spielleute », der Musikanten, deren Emblem Bogen, Violine und Laute umfasste; so wurde der Beruf des Tanzmeisters im 17. Jahrhundert durch das Wort « Violine » bezeichnet, das auf dessen Ausbildung zurückverweist sowie auf den humanistischen Geist, der die Künste durch das, was sie miteinander verbindet, bezeichnet: den Rhythmus.

Die Tanzbezeichnungen, die zugleich einen Tanz und eine Musikform nennen, heben diese gegenseitige Abhängigkeit hervor, während ihre Stilisierung im rein musikalischen Rahmen  zur Gattung der Suite führt. Über ihre jeweiligen Fähigkeiten (Beauchamp, Lulli, usw.) hinaus  sind die Tanzmeister – die den Tanz unterrichteten und das Ballett auf dem Theater oder manchmal sogar im Ballsaal regelten – und die Komponisten lange in enger Beziehung zueinander geblieben. Die opéra-ballet von Jean-Philippe Rameau und André Campra führt dieses Einverständnis weiter und die späteren lyrischen Werke enthalten oft ein Ballett. Im 19. und 20. Jahrhundert, wenn man an die Zusammenarbeit von Arthur Saint-Léon und Léo Delibes (La Source, Coppélia) oder von Georges Balanchine und Igor Stravinsky (Jeux de cartes, Orpheus, Agon) denkt, wurden die szenischen Werke durch diese Symbiose, durch berühmte Künstlerbinome geprägt. Und wenn sich, wie bei John Cage und Merce Cunningham, bei Thorn Willems und William Forsythe, diese Tradition des Dialogs zwischen Komponisten und Choreografen heute fortsetzt, so ist es eine Beziehung ohne Abhängigkeit.

Am Ausgang des 19. Jahrhunderts ist mit dem modernen Tanz eine andere Form der Beziehung entstanden, wodurch existierende, doch zweitrangige Gebiete hervorgehoben, neue Perspektiven entdeckt und durch ebenfalls neue choregrafische Formen ausgedrückt wurden. Die Begegnungen zwischen Musik und Tanz haben sich vermehrt. Serge Lifar hat 1935 seine im Manifest des Choreografen angekündigte Theorie einer aus dem Tanz entstandenen Musik in die Wirklichkeit umgesetzt. Später meinte Merce Cunningham, Tanz und Musik hätten nur eines gemeinsam: die Dauer. Die weitgefächerten Beziehungen zwischen Tanz und Musik reichen von der Autonomie über das Konzert mit Balletmusik bis hin zur Choreografie über eine ursprünglich nicht für den Tanz bestimmte Musik.

Der moderne Tanz von Loïe Fuller und ihrer Nachahmerinnen entstand zur selben Zeit wie der Kinematograph und gab dieser neuen Kunstform die Möglichkeit, schon mit den ersten Filmen von Edison und Lumière ihrer Leidensschaft für die Bewegung Ausdruck zu verleihen. In der Zwischenkriegszeit hat Hollywood das Musical zu einem Filmgenre gemacht (Mark Sandrich, Vincente Minelli, Stanley Donen, Gene Kelly, usw.) und diese goldene Zeit dauerte noch lange nach dem 2. Weltkrieg, sowohl in Hollywood als in Bollywood, ja sogar in Frankreich mit Jacques Demy. Die Filmemacher interessieren sich ebenfalls für die lyrische Kunst (W. Pabst, J. Losey ; I. Bergman oder Peter Brook…). Auch außer dem Musical und der Oper sind Tanz und Musik im Film anwesend: viele Regisseure blenden Tanzabende, Bälle, Feiern mit Tanz, Partys in Filme ein, die weder dem Tanz noch der Musik gewidmet sind (The Party von Blake Edwards, Conte d’été von Éric Rohmer …). Seit der Pionierarbeit von Birgit Cullberg mit ihrem Tanz-Video für das Fernsehen haben Filmregisseure, namentlich Elliot Caplan und Thierry de Mey, die gefilmte Choreografie zu einem eigenständigen Genre erhoben, während Komponisten in ihre szenischen Werke vorgeführte Bilder einblenden.

Die Tagung findet im CNSMD Lyon vom 16. zum 18. April 2013 und nimmt sich vor, die Problematik der künstlerichen Begegnung zwischen Tanz und Musik gelegentlich unter dem Auge eine Filmkamera und von verschiedenen Standpunkten aus zu behandeln.
Die Beiträge können folgende Themenkreise angehen:

1- Die Musik zum Tanz und Ballett
2- Der Tanz in der lyrischen Kunst
3- Die Beziehung zwischen Tanz, Geste, Musik in der zeitgenössischen Komposition
4- Wenn der Tanz sich der Musik bemächtigt
5- Autonomie von Tanz und Musik

Sprachen des Kolloquiums

Französisch – Englisch

Für mehr Informationen : colloque2013@cnsmd-lyon.fr

Wissenschaftliches Komitee

Martin Barnier – Université Lyon 2
Jean-Claude Ciappara – CNSMDL
Marc Desmet – Université Jean Monnet – Saint Etienne
Emmanuel Ducreux – CNSMDL / CNSMDP
Jean Geoffroy – CNSMDL
Dominique Hervieu – Biennale de Lyon
Gery Moutier – CNSMDL
Alain Poirier – CNSMDL
Florence Poudru – CNSMDL
Béatrice Ramaut-Chevassus – Université Jean Monnet – Saint Etienne
Pierre Saby – Université Lyon 2

Forschungsplattform für künstlerische Forschung in Musik (EPARM)

Geleitet von der Association Européenne des Conservatoires (Europäische Musikhochschulen)
19. und 20. April 2013

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